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Badezimmer renovieren – So wird aus dem Duschraum ein Wohlfühlort

Aus ColdControlRadio

Wenn ich an die ersten Jahre in meiner Wohnung günstig einrichten zurückdenke, dann sehe ich sofort dieses Badezimmer vor mir. Es war nicht hässlich, aber es war einfach nur zweckmäßig. Die Fliesen in einem müden Beige, der Duschvorhang mit leichten Schimmelspuren unten am Saum und dieses eine graue Silikonfugenband, das sich bereits nach zwei Jahren gelöst hatte. Irgendwann stand ich morgens unter der Dusche und dachte: Warum eigentlich nicht? Warum muss ein Badezimmer renovieren immer wie eine riesige Baustelle klingen? Dabei kann es so befreiend sein. Man nimmt die alte Armatur ab, reißt die rostige Duschstange raus und plötzlich ist da dieser leere Raum, der nur darauf wartet, endlich schön zu werden.

Die Wahl des Bettes war für mich eine der schwierigsten Entscheidungen. Ich brauchte ein Modell, das sowohl für mich als auch für meine Katzen funktioniert. Am Ende entschied ich mich für ein Bett mit einem großen Stauraum unter der Liegefläche. Darin bewahre ich und Decken auf, die ich für Gäste brauche. Die Matratze ist aus Schaumstoff, was für Allergiker gut ist. Die Katzen lieben es, darauf zu schlafen, aber ich habe gelernt, sie nachts fernzuhalten. Ein Tipp: Ein Wasserzerstäuber in der Nähe des Bettes hilft, sie zu verscheuchen. Aber ehrlich, nach einem langen Tag ist es schön, wenn sie sich an mich kuscheln. Nur morgens um sechs bin ich weniger begeistert.

Ich habe lange gebraucht, um zu verstehen, dass eine Leseecke nicht viel Platz braucht. In meiner 45-Quadratmeter-Wohnung war jeder Zentimeter verplant, aber ich sehnte mich nach einem Ort, an dem ich einfach nur versinken konnte – mit einem Buch, einer Tasse Tee und ohne schlechtes Gewissen. Die Lösung fand ich in einer ungenutzten Ecke neben dem Fenster, die genau 1,20 Meter breit und 1,80 Meter lang war. Zuerst dachte ich, das sei zu klein für eine richtige Leseecke. Aber dann begann ich zu experimentieren. Ich stellte fest, dass ein Sitzmöbel mit einer Sitzbreite von 90 Zentimetern perfekt passt, wenn man die richtige Höhe wählt. Der Trick lag darin, nicht zu viel Möbel zu stapeln, sondern auf eine klare Linie zu setzen. Der Raum atmete plötzlich, obwohl ich mehr Nutzfläche gewann.

In einer anderen Wohnung hatte ich eine Versalie, die direkt in der Küche stand. Sie war mein Notbett für Besuch, aber ich hasste es, morgens alles wieder zusammenklappen zu müssen. Ein Bekannter zeigte mir ein Bett mit Behälter für Bettzeug, das unter der Versalie Platz fand. Das war mein Aha-Moment. Jetzt habe ich ein Bett mit Behälter für Bettzeug direkt in der Küchenbank integriert. Darin lagern zwei Bettdecken, vier Kissen und ein Satz Gästebettwäsche. Das spart mir den Gang zum Schrank im Flur.

Ich habe gelernt, dass sogar eine kleine Küche gemütlich sein kann. Eine warme Tapete aus Stoff hinter dem Herd, ein Teppich aus Jute vor der Spüle und eine Pflanze auf der Fensterbank. Die Beleuchtung kommt von einer dimmbaren LED-Leiste unter den Hängeschränken. Abends schalte ich das Deckenlicht aus und genieße das warme Licht. Das Essen schmeckt gleich besser, wenn man beim Kochen nicht über die Arbeitsplatte blicken muss.

Die Herausforderung war, die Leseecke in den Alltag zu integrieren, ohne dass sie zum Ablageplatz für Jacken und Taschen wird. Ich habe eine klare Regel aufgestellt: In dieser Ecke wird nur gelesen, getrunken oder gedöst. Alles andere bleibt draußen. Das funktioniert erstaunlich gut, weil die Couch so bequem ist, dass ich mich bewusst hinsetze, wenn ich eine Pause brauche. Manchmal lege ich mich auch einfach für zehn Minuten hin, um die Augen zu schließen. Die Kombination aus der festen Liegefläche und der weichen Velourspolsterung macht es schwer wieder aufzustehen. Ich habe sogar einen kleinen Teppich mit langem Flor darunter gelegt, der den Boden wärmt. Jetzt ist die Leseecke mein Lieblingsplatz in der ganzen Wohnung renovieren.

Die Polsterung war mir fast genauso wichtig wie die Liegequalität. Ich habe mich für eine tapicerka welurowa in einem tiefen Senfgelb entschieden, das an die Farbe von getrockneten Sonnenblumen erinnert. Der Stoff fühlt sich samtig an, fast wie das Fell einer Katze, und er ist erstaunlich pflegeleicht. Einmal habe ich Rotwein verschüttet – ein Albtraum für jeden Stoff – aber der Fleck ließ sich mit einem feuchten Tuch und etwas Spülmittel einfach wegwischen. Der Velours hat eine schmutzabweisende Beschichtung, die ich vorher nicht kannte. Jetzt habe ich keine Angst mehr, meinen Kaffee neben dem Buch abzustellen. Die Farbe bringt zudem Wärme in die Ecke, die vorher kahl und ungemütlich wirkte.

Ein weiterer Trick ist die Nutzung von Ecken. In meiner Küche gibt es eine tote Ecke hinter dem Kühlschrank. Dort habe ich einen schmalen Auszug mit Flaschenhaltern eingebaut. Darin lagern Öle, Essige und Soßen, die ich sonst nie gefunden hätte. Gegenüber, an der Wand, hängt ein Magnetleiste für Messer. So liegen die Klingen nicht in der Schublade, wo sie stumpf werden. Diese Details machen den Unterschied zwischen einer chaotischen und einer effizienten Küche.