Esszimmer einrichten: Mehr als nur ein Tisch und vier Stühle
Die Küche war eine klassische Berliner Altbauküche: winzig, mit einem einzigen Wasseranschluss und einem Fenster, das auf den Innenhof geht. Hier half nur radikale Reduzierung. Ich verzichtete auf Hängeschränke, die den Raum ersticken, und setzte auf offene Regale aus Eichenholz. Das Geschirr steht sichtbar, was mich zwingt, nur das Nötigste zu besitzen. Ein ausziehbarer Küchentisch unter dem Fenster dient als Arbeitsfläche und Esstisch. Das System ist nicht perfekt, aber es funktioniert. Für Gäste, die länger bleiben, habe ich eine wersalka im Arbeitszimmer stehen – ein schmales Modell, das tagsüber als Couch dient. Der Stoff ist ein robuster Cord, der Kinder und Katzen übersteht. Die Matratze ist dünn, aber mit einem Topper aus Memoryschaum wird sie überraschend bequem.
Die Garderobe im Flur war ein weiterer Punkt, den ich optimieren musste. Ich hatte eine klassische wersalka, die eigentlich aus dem Jugendzimmer stammte, aber sie war unbequem und nahm viel Platz weg. Also ersetzte ich sie durch eine schmale Bank mit Schuhfächern darunter. Die Jacken hängen jetzt an einer schlichten Leiste, und die Schuhe haben ihren festen Platz in den Fächern. Das klingt banal, aber dieser kleine Schritt veränderte den gesamten Eingangsbereich. Ich habe jetzt das Gefühl, dass jeder Gegenstand seinen Ort hat, und das reduziert den morgendlichen Stress enorm. Die wersalka wanderte übrigens ins Gästezimmer, wo sie als zusätzliche Sitzgelegenheit dient. Manchmal muss man einfach radikal aussortieren, um Platz für das Wesentliche zu schaffen.
Als ich vor einigen Jahren meine erste eigene Wohnung bezog, stand ich vor der Herausforderung, mein Esszimmer einrichten zu müssen. Die Wohnung hatte einen kleinen, aber separaten Raum, der offiziell als Esszimmer deklariert war. In meiner Vorstellung war das ein Ort für Dinnerpartys mit Freunden, für sonntägliches Frühstück mit der Zeitung und für gemütliche Abende bei einem Glas Wein. Die Realität sah dann aber anders aus: Der Raum war gerade mal zwölf Quadratmeter groß, und ich hatte keine Ahnung, wie ich dort all diese Träume verwirklichen sollte. Viele meiner Freunde stehen heute vor genau demselben Dilemma, denn die wenigsten Neubauten bieten noch großzügige Essbereiche. Oft muss ein Teil des Wohnzimmers herhalten, oder man hat eine winzige Nische in der Küche. Genau hier setzt meine Erfahrung an, und ich möchte euch mitnehmen auf meine Reise, wie ich aus diesem kleinen Kämmerchen einen echten Wohlfühlort gemacht habe.
Die richtige Beleuchtung ist das i-Tüpfelchen. Eine einzelne Deckenlampe ist zu grell. Besser sind mehrere Lichtquellen: eine Stehlampe neben der Couch für Leseabende, eine kleine Tischlampe auf dem Beistelltisch und vielleicht sogar eine Lichterkette, die über die Rückenlehne drapiert ist. Das schafft eine gemütliche Stimmung, die zum Verweilen einlädt. Ich habe mir eine dimmbare Stehlampe mit einem Stoffschirm gekauft, der das Licht weich streut. So kann ich die Helligkeit je nach Tageszeit anpassen. Abends genügt mir ein warmes, gedämpftes Licht, um mich zu entspannen.
Manchmal muss man auch umdenken, wenn die Farben nicht ins Gesamtkonzept passen. Ich hatte eine alte wersalka in einem dunklen Braunton, die das Wohnzimmer optisch erdrückte. Statt sie zu entsorgen, liess ich sie neu beziehen. Ich wählte eine tapicerka welurowa in einem hellen Olivgrün. Der Stoff fühlt sich samtig an und bringt eine edle Note in den Raum. Die Farbe harmoniert nun mit den hellen Wänden und den Holzmöbeln. Die wersalka dient jetzt als gemütliche Leseecke, aber auch als zusätzliche Schlafgelegenheit für Übernachtungsgäste. Die Investition in den neuen Bezug hat sich gelohnt, denn das Möbelstück wirkt wie neu. Wer alte Möbel hat, sollte nicht sofort wegwerfen, sondern überlegen, ob ein oder eine neue Farbe sie aufwerten kann.
Ich habe vor einigen Jahren eine kleine Altbauwohnung bezogen, deren Wände durchgehend weiss gestrichen waren. Der Makler schwärmte von Neutralität, aber ich hatte schnell das Gefühl, in einer leeren Leinwand zu wohnen. Farben in der Wohnung im Mehrfamilienhaus einrichten sind mehr als nur Dekoration, sie gestalten, wie wir uns fühlen. Statt in steril weissen Räumen zu leben, begann ich, kleine Farbtupfer zu setzen. Ein Kissen in Salbeigrün, ein Teppich in sanftem Rostrot. Plötzlich wirkte das Zimmer einladender. Deshalb rate ich jedem, der vor weissen Wänden sitzt: Traut euch an Farbe heran, sie ist euer Werkzeug für mehr Wohlgefühl. Auch wenn ihr nur einen Raum umgestaltet, die Wirkung ist sofort spürbar.
Die Dekoration ist der letzte Schliff, der das Esszimmer einrichten zu einem persönlichen Erlebnis macht. Ich habe an der Wand hinter dem Tisch eine große Leinwand mit einem abstrakten Gemälde in sanften Blau- und Grüntönen hängen, die Ruhe ausstrahlt. Auf dem Sideboard stehen ein paar Vasen aus mundgeblasenem Glas und ein Stapel alter Kochbücher. Wichtig ist, dass die Dekoration nicht zu viel Platz auf dem Tisch wegnimmt, denn der Tisch soll ja in erster Linie zum Essen genutzt werden. Eine kleine Schale mit saisonalen Früchten oder ein Kerzenständer mit einer dicken Kerze reichen völlig aus. Ich habe auch einen kleinen Korb mit Servietten in gedeckten Farben auf dem Sideboard stehen, die ich je nach Jahreszeit austausche. Das sind kleine Details, die den Raum lebendig machen, ohne ihn zu überfrachten.