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Vorhänge und Gardinen – Mehr als nur Stoff am Fenster

Aus ColdControlRadio

In meinem Flur habe ich früher nur eine nackte Glühbirne gehabt, bis ich verstand, wie wichtig Licht für den ersten Eindruck ist. Jetzt hängt dort eine kleine Pendelleuchte mit einem Stoffschirm, die das Licht weich streut. Der Gang wirkt sofort freundlicher und größer. Die Beleuchtung in der Wohnung muss nicht teuer sein – oft reicht ein geschickter Standort oder ein anderer Lampenschirm. Ich habe auch einen Spiegel gegenüber platziert, der das Licht verdoppelt und den schmalen Flur optisch öffnet.

Viele meiner Kunden haben ein Problem: Das Wohnzimmer ist gleichzeitig Gästezimmer. Der Platz ist knapp, eine Couch muss tagsüber gemütlich sein und nachts als Bett funktionieren. Dann kommen die Wohnzimmerteppiche ins Spiel, die den Raum strukturieren. Legt man einen großen Teppich vor eine Couch mit Schlaffunktion, entsteht eine eigene Lounge-Ecke. Die Gäste haben das Gefühl, einen eigenen Bereich zu haben. Ich empfehle dazu eine Couch mit einem Stahluntergestell, das sich leicht ausziehen lässt. Ein Teppich mit einem hohen Flor, etwa 2 bis 3 Zentimeter, nimmt die Härte des Bodens und macht das Ausklappen der Couch angenehmer. Achtet nur darauf, dass der Teppich nicht zu dick ist, sonst stolpert man über die ausgefahrene Liegefläche. Ein Kurzflor von 1,5 Zentimetern ist oft der sichere Mittelweg.

Die größte Herausforderung in meiner kleinen Altbauwohnung war das Schlafzimmer. Mit nur zwölf Quadratmetern musste ich jede Ecke nutzen. Ich entschied mich für ein Bett mit einem stabilen Lattenrost als Unterbau, aber das allein reichte nicht. Das Zimmer wirkte dunkel und gedrückt, besonders abends. Also installierte ich eine dimmbare Deckenleuchte mit warmweißen LEDs und setzte zwei kleine Wandleuchten neben das Bett. Das veränderte alles. Jetzt kann ich das Licht je nach Stimmung anpassen – hell zum Lesen, gedimmt zum Träumen. Die Beleuchtung in der Wohnung sollte nie einheitlich sein. Sie muss flexibel bleiben, wie die Menschen, die darin leben. Ich mag es, wenn sich die Lichtstimmung im Laufe des Tages verändert.

Ein weiteres Thema, das oft übersehen wird: die Pflege. Ein Wohnzimmerteppich ist ein Staubfänger. Das ist gut, denn er filtert die Luft. Aber er muss regelmäßig gesaugt werden. Besonders bei langem Flor, zum Beispiel bei einem Hochflor aus weichem Polyester, setzt sich der Staub tief zwischen den Fasern fest. Ich rate zu einem Teppich, der sich leicht ausklopfen lässt oder sogar in der Maschine waschbar ist. Das ist nicht bei allen Modellen der Fall. Auch die Farbe spielt eine Rolle. Ein heller Teppich in einem Haushalt mit Kindern oder Haustieren? Mutig, aber machbar. Wählt dann einen Teppich mit einer dichten, glatten Oberfläche, wie eine Kurzflor-Variante. Da kann man Flecken schnell mit einem feuchten Tuch wegwischen. Ein dunkler Teppich in Anthrazit oder Dunkelblau ist dagegen verzeihender, aber er zeigt Krümel und Fusseln deutlicher.

Eine Bekannte von mir hat eine wersalka in ihrem Gästezimmer stehen, die sie auch tagsüber als Sitzgelegenheit nutzt. Sie ist mit einer tapicerka welurowa bezogen, die samtig glänzt, aber Staub magisch anzieht. Um das zu kaschieren, hat sie eine kleine Tischlampe mit einem warmen Farbton direkt daneben gestellt. Das Licht lenkt den Blick auf das schöne Material, nicht auf die Flecken. Die Beleuchtung in der Wohnung kann also sogar kleine Makel verschwinden lassen, wenn man sie richtig einsetzt.

Ein letzter Gedanke: Vertraue deinem Bauchgefühl. Ich habe schon Wandbilder gekauft, die alle Freunde komisch fanden, aber sie haben mir jeden Morgen ein Lächeln geschenkt. Es geht nicht um Trends oder darum, was in Zeitschriften steht. Ob du ein Foto von deinem Lieblingsort, ein abstraktes Kunstwerk oder ein minimalistisches Poster wählst - wichtig ist, dass es dich anspricht. Gerade in kleinen Räumen, wo jeder Quadratmeter zählt, wird die Wand zur Leinwand deines Lebens. Also schnapp dir ein Maßband, such dir ein Motiv aus, und mach deine Wand zum Star deiner Wohnung. Du wirst sehen, wie viel Raumgefühl ein einziges Bild schaffen kann.

Manchmal reicht schon eine einzige, gut platzierte Lichtquelle, um einen Raum zu verwandeln. In meinem Flur, der immer etwas dunkel und eng war, habe ich eine kleine Konsolenlampe mit Stoffschirm aufgestellt. Das Licht fällt nach unten und erhellt den Bereich um die Tür, ohne den ganzen Gang zu überfluten. Dazu habe ich einen schmalen Spiegel an die Wand gehängt, der das Licht reflektiert und den Raum optisch vergrößert. Stimmungsbeleuchtung ist für mich kein Luxus, sondern eine Notwendigkeit – sie gibt jedem Raum eine Seele. Selbst in der Ecke, wo nur eine Lampe steht, entsteht durch das Spiel von Licht und Schatten eine ganz eigene Stimmung. Ich experimentiere gerne mit verschiedenen Leuchtmitteln und Positionen, bis es genau richtig ist. Oft sind es die kleinen Details, wie eine Lampe auf einem Stapel alter Bücher, die den Unterschied ausmachen.

Besonders knifflig wird es, wenn Gäste übernachten. In meinem Wohnzimmer steht eine gemütliche Couch, die sich bei Bedarf in ein Schlafsofa verwandeln lässt. Aber das reicht nicht, wenn der Gast abends noch lesen möchte. Also habe ich eine kleine, verstellbare Leselampe neben der Couch angebracht. Sie ist dezent und stört nicht im Alltag, aber für Übernachtungsgäste ist sie ein Segen. Die Beleuchtung in der Wohnung muss auch praktische Bedürfnisse abdecken. Ein helles Licht am Schreibtisch oder in der Küche ist unverzichtbar, aber es sollte nicht blenden. Ich achte darauf, dass die Lichtquellen immer blendfrei sind, damit die Augen nicht ermüden.